Miesenbach
1460 ha u. 750 Einw.

Die Gemeinde Miesenbach, die bis zum Jahre 1965 Gemeinde Weiglhof geheißen hat, liegt, begrenzt von einem Kranz mittelhoher Berge (Norden: Presenberg mit Wildwiese 1256m, Floisen Kg.1217m; Osten: Filzmoosberg 1085m, Wachholz 1046 m; Süden: Zeiseleck 1078 m, Rohrhofer Kg.1000m; Westen: Langser Höhe 1045m) in der nordöstlichen Oststeiermark in einem von Birkfeld nach Osten ansteigenden Seitental der oberen Feistritz.
Das gleichnamige "Erholungsdorf Miesenbach" breitet sich auf einer leicht nach Westen und Osten abfallenden Hochfläche von 827 m aus. Das Gemeindegebiet wird vom Berglerbach (Wildwiese), dem Vorderen Rothallerbach (Kreuzwirt) dem Hinteren Rothallerbach (Flois) und dem Finsterbach ( Franzl i. Bühl) entwässert. Bei der Hornschmiedmühle (Fischer) vereinigen sich Berglerbach und Rothallerbach und bilden zusammen den Miesenbach. Dieser nimmt bei der neuen Kläranlage den Finsterbach und als Grenzbach zur Gemeinde Strallegg, in Außeregg, den Rannbach auf und mündet in Birkfeld Edelsee in die Feistritz.
Überregional gehört Miesenbach zum Strallegger Bergland und nach altem Erzählschatz aus der Zeit der Kaiserin Maria Theresia zum Joglland (Jakob =Jogl). Danach soll die beliebte Monarchin eines Tages die Oststeiermark bereist haben und in Mönichwald, Waldbach. St.Jakob, Wenigzell, Strallegg und Miesenbach Männer nach ihrem Namen gefragt und jedesmal die Antwort erhalten haben: "Jogl hoaß i!" Als sie nach Wien zurückkam erzählte sie, dass sie ein neues Land entdeckt habe, das Joglland.

Aus der Frühgeschichte
In der Steiermark ist die Anwesenheit von Menschen seit der Altsteinzeit durch Höhlenfunde dokumentiert. Im Gebiet des Strallegger Berglandes fehlen solche Funde zur Gänze. Während der letzten vier Jahrhunderte vor Christus gibt es zahlreiche Funde um Weiz. Auch die Römerzeit hat im Gebiet um Weiz und Pöllau ihre Spuren hinterlassen. Römersteine (Prätis, Piregg) zeugen davon.
Während der Völkerwanderung um das Jahr 400 n.Chr. setzten die Anstürme der germanischen Völker aus dem Nordosten ein. Auf ihrem Durchzug durch Norikum und Pannonien in Richtung Italien suchten sie auch unser Land heim; so 408 die Westgoten unter Alarich und 451 die Hunnen unter Attila. Damals blieb nur ein geringe Bevölkerungsschicht hier sesshaft. Um das Jahr 568 wanderten in dieses fast entvölkerte Land die aus dem Osten kommenden Slawen ein. Slawische Namen markieren jene Gebiete, die besiedelt oder zumindest begangen wurden. So weist der Name Presenberg (Wildwiese) nördlich von Miesenbach auf slawischen Ursprung hin. breza= Birke oder preseka=Durchhieb, für einen in den Wald gehauenen Übergang.

Anfänge der Besiedlung
Die Awaren, aus der ungarischen Tiefebene kommend, bedrängten um die Mitte des 8. Jahrhunderts n.Chr. die Karantaner Slawen. Diese riefen den bairischen Herzog zu Hilfe und der, sowie später Karl der Große bzw, dessen Sohn, vertrieb die Awaren, worauf Karantanien ein Teil des Herzogtums Baiern bzw.des fränkischen Reiches wurde. Damit war die Voraussetzung für die bairische Besiedlung und Christianisierung unserer Heimat geschaffen. So erfahren wir aus einer Urkunde aus dem Jahre 860 n.Chr., dass König Ludwig der Deutsche dem Salzburger Erzbischof eine Reihe von Königshöfen in Karantanien und Panonien schenkte, von denen immerhin vier auf dem Gebiet der heutigen Oststeiermark lagen. Der eine Herrenhof dürfte bei St. Ruprecht an der Raab, der zweite im Raume Weiz, der dritte an der Safen und der vierte Herrenhof im Raum St.Veit a.V. gelegen sein. Diese Siedlungen dürften mit dem Einbruch der Magyaren, die die gesamte Oststeiermark bis zum Mons Predel (Rieshöhe) eroberten, zerstört und die Menschen vertrieben worden sein.
Die Oststeiermark wurde erst unter Kaiser Heinrich III. (1042-1044) zurückerobert und die Grenze an die Lafnitz vorgeschoben, womit die heutige Landesgrenze erreicht war. Östlich davon begann bis 1921 Ungarn.
Die dominierende Adelsfamilie in der Mittelsteiermark war damals das bairische Pfalzgrafengeschlecht der Aribonen.
Eine zielstrebige Besiedlung der Oststeiermark setzte erst mit Ende des Investiturstreites (zwischen Kaiser und Papst) durch das Wormser Konkordat des Jahres 1122 und durch die Übernahme der Mark durch die Otakare oder Traungauer ein. Sie hatten aus dem Erbe der Aribonen das Gebiet südlich der Fischbacher Alpen und des Masenberges bis zur Lafnitz erhalten. Den Landstrich zwischen Masenberg und Feistritz mit dem Strallegger Bergland bekam das Adelsgeschlecht der Stubenberger. Der erste Stubenberger war ein kleiner Hochfreier bei Stadelkirchen im Traungau.Von dort waren auch die Otakare gekommen, weshalb sie als Traungauer bezeichnet werden. Nach ihrem dortigen Hauptsitz, der Burg Steyr, hat die Mark an der Mur den Namen Steiermark erhalten. Das ererbte Gebiet zwischen Masenberg und Feistritz teilten die Söhne Wulfings von Stubenberg 1160 unter sich. Otto I. erhielt den Pöllauer Kessel, Gottschalk Schirling (Burg Neuberg) die Herrschaft Neuberg und Anteile an Rodungen von Strallegg und Miesenbach. Gottschalks Sohn, Rudolf von Neuberg, erhielt Burg Frondsberg als Lehen vom Salzburger Erzbischof, erbaute die Burg Stadeck bei Graz (Gründer der Stadecker Linie) und erhielt schliesslich 1270 die Herrschaft Wachsenegg als Lehen und damit das Gebiet von der Feistritz bis zum Miesenbach.

Miesenbach im Lauf der Geschichte

15. Juli 1240 n.Chr.:
Erste urkundl. Nennung des Namens Miesenbach:
Die Streitigkeiten zwischen Bischof Heinrich von Seckau und Wulfing von Stubenberg über Zehentrechte werden auf Befehl des Salzburger Erzbischofes und Herzog Friedrich II. durch Schiedsrichter zugunsten des Bischofs von Seckau entschieden. Unter anderem wird auch "misenpah"erwähnt.


(Bisher galt, dass Miesenbach im Jahre 1318 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Nach mehreren Gesprächen mit Univ. Doz. Dir. Dr. Walter Brunner vom StLA und einigen Besuchen im Steirischen Landesarchiv konnte Dir. Erhard Mariacher schließlich die älteste Original- Urkunde, die bisher bekannt ist, persönlich besichtigen und Händen halten. Sie wurde am 15. Juli 1240 in Passail ausgestellt.[Steir. Landesarchiv: Dopsch, Landesfürstl. Gesamturbare, Steir. Urk- Buch; nr. 381, 382])

1268/69 n. Chr.:
Miesenbach im Marchfutterurbar:
Die Bauern von Miesenbach werden als marchfutterpflichtig angegeben. Der genaue Wortlaut: "Item in Misenpach 40 den.pro avena." Die Miesenbacher Bauern mussten Hafer bzw.Geld für die Pferde der Soldaten abliefern, die an der Ostgrenze (Mark=Grenze) stationiert waren.

1318 n. Chr.:
Miesenbach im Seckauer Lehensbuch:
Der genaue Wortlaut:"Item silvam circa Myesenpach cum quibusdam pratis."
Das heisst: "Ebenso einen Wald bei Miesenbach mit einigen Wiesen"

1354 n. Chr. :
Erste Nennung des "Weiglenshoff"
Gottschalk von Neuberg schenkte den Weiglenshoff (Verkleinerungsform des Kosenamens Weigkl oder Weigl vom Vornamen Weichard oder Weikart) dem Stift Vorau, damit aus den Zinserträgnissen für sein und seiner Verwandten Seelenheil ein Jahrtag mit Seelengottesdienst in der Stiftskirche gehalten werde.

23. 4. 1396 n.Chr.:
Erste Nennung eines Dorfes Miesenbach
Im Ortsnamenbuch der Steiermark im Mittelalter heißt es: "Miesenbach, Gegend und Dorf ebendort, 1396 "Misenpach"

1482 n.Chr.:
Das Testament Hans III. von Neuberg:
Hans III. von Neuberg verfügt, dass für den Unterhalt eines Kaplans die Gült Penzendorf, ein Haus in Pöllau samt Grund, sowie ein Weingarten in Miesenbach bestimmt sind.

1573 n.Chr.:
Gerichtsbarkeit in Miesenbach:
Nach dem Wortlaut des "panthädingspüechel" von Strallegg 1573, hatten die Miesenbacher und Strallegger besondere Gerichtsrechte. Im Originalwortlaut heisst es: "Wo ain schädlich man war in den zwaien pharren Strallegk und Miesenpach und an warer tatt pegriffen wurt, so sollen die drei ambtleut nach im greifen und sollen in am dritten tag richten am Grössenperg; ob er aber übersäß und nicht gericht wurt, so antwordt man im auf die Wolfgrueben dem richter zu Pölan; und was man bei ime pegreift,das ist der hisigen ambtleut anstatt ierer herrschaft."

1666 n.Chr.:
Das Spielhofer Kreuz: (GemeindeStrallegg)
Das Spielhofer Kreuz (Schwülhofer Kreuz) erinnert an die Zeit der Pestepidemien und die Angst der Menschen vor dieser Seuche.

1704 n.Chr.:
Die Kuruzzeneinfälle:
1704 erhielt das Stift Pöllau einen Brandbrief der Kuruzzen, worauf der Probst Johann Ernst von Ortenhofen einen 200 Schritt langen Wall unter Pöllau aufwerfen liess. Dieser Wall sollte von den Untertanen aus Prätis, Zeil, Kalchegg, "Miessenpach und dem Strallegger Ambt", die sich am 26.Juli 1704 mit 350 Mann zur Wacht stellen sollten, besetzt werden. Die Bauern blieben bis Ende August und wurden vom Stift mit Fleisch, Wein und Getreide versorgt. Pfarrer Peyerl aus Strallegg schreibt in seine Chronik: "Gott schütze jeden vor solchen grausamsten Feinden, die lebenden Teufeln gleichen!"

1761 n.Chr.:
Erste Einwohnerstatistik:
Erstmals gab es 1761 eine genaue Einwohnerstatistik für die Ämter der Stiftsherrschaft Pöllau: Im Amt Miesenbach lebten in 49 Häusern 280 Einwohner. 1770 bestanden in Miesenbach 100 Haushalte

1713 n.Chr.:
Die Pest in Miesenbach und Strallegg:
Als 1710 in Ungarn die Pest ausgebrochen ist, wurden die Wege und Zufahrtstrassen durch Verhaue und Verhackungen unpassierbar gemacht.Das konnte aber nicht das Vordringen der Pest nach Miesenbach verhindern,wo der "Schwarze Tod" reiche Ernte hielt.

1817 n.Chr.:
Franziszeischer Kataster
Von Kaiser Franz Josef I. 1817 angeordnet und 1825 fertiggestellt, wurde der Franziszeische Kataster nach Steuergemeinden erstellt. Die damals vergebenen Grund- und Bauparzellennummern sind grösstenteils heute noch gültig.

1848 n.Chr.:
Das Ende der Grundherrschaften:
1770 erhielt erstmals jedes Haus eine eigene Nummer, die Konskriptionsnummer. Als Konskribieren bezeichnete man das Ausheben von Truppen. 1786 wurde von Seiten der Grundherrschaft bzw. Werbbezirksobrigkeit Pöllau ein eigener Gemeinderichter (nicht mit dem einstigen, von der Nachbarschaft gewählten Dorfrichter oder Suppan gleichzusetzen) mit zwei oder drei geschworenen Ausschussmitgliedern bestellt.
Im Revolutionsjahr 1848 wurde der grundherrschaftliche Untertanenverband aufgehoben. Ab 1860 durften die Gemeindebewohner ihre Vertreter wählen. Bis 1897 galt das Zensuswahlecht, das die Arbeiter, Kleinbesitzer, Keuschler und Dienstboten vom Wahlrecht ausschloss. 1902 durften erstmals Arbeiter und Dienstboten wählen. Erst im Jahre 1907 wurde das allgemeine, direkte und gleiche Wahlrecht für alle männlichen, grossjährigen Staatsbürger eingeführt. Die Frauen blieben bis 1919 vom Wahlrecht ausgeschlossen.

Das Gemeindewappen von Miesenbach
 
 
Seit 1.Juli 1977 ist die Gemeinde Miesenbach berechtigt, ein Wappen zu führen.
Beschreibung des Wappens:
Im erniedrigt, durch eine Wellenlinie (Miesenbach) von Grün zu Silber geteilten Schild, oben ein silberner zweigiebeliger Hof, (Weiglenshoff 1354) gedeckt mit einem Walmdach, die Giebel mit je zwei eckigen Fenstern und verbunden mit einem gezinnten Torbogen; unten drei (2:1) nach rechts gekehrte, rote Pflugscharen
Der Hof stellt einen Trutzhof, den 1354 erstmals genannten "Weiglenshoff" dar, nach dem die Gemeinde ihren Namen "Weiglhof" erhielt. Die Schlangenlinie soll den Miesenbach symbolisieren nach dem der Ort und später (1965) auch die Gemeinde benannt wurden. Die drei Pflugscharen weisen auf die Pfarrpatronin von Miesenbach, die Hl. Kunigunde (3.März), Gattin des Kaisers Heinrich II., hin.Sie konnte, des Ehebruchs angeklagt, ihre Unschuld durch ein Gottesurteil beweisen, indem sie über 13 glühende Pflugscharen schritt und unverletzt blieb (siehe Gemälde in der Pfarrkirche). 
 

St.Kunigunde zu Miesenbach
Die Pfarrkirche
Die erste urkundliche Nennung einer Kirche in Miesenbach geht auf das Jahr 1416 n. Chr. zurück. Die derzeitige äußere Gestalt der Miesenbacher Pfarrkirche stammt aus dem Ende des 17. Jahrhunderts.

Altarraum
Der erste, schriftlich erwähnte Miesenbacher Geistliche hieß Coloman Grueber, war Vikar und ist 1565 in einem Brief des Bischofs an den Erzbischof angeführt.
Bei der Innenrenovierung im Jahre 1969/70 wurde der schöne Altar aus der Lorettokapelle in die Kirche als Hauptaltar übertragen. Johann Baptist Fischer, Vater des weltbekannten Barockbaumeisters Bernhard Fischer von Erlach (Schloss Schönbrunn, Karlskirche in Wien u.a.), gilt als Schöpfer dieses wertvollen Schmuckstückes. Mit Ausnahme der Hl. Kunigunde: Sie ist das Werk des Schulwartes von Fehring, stammt aus dem Jahre 1970 und kostete in rohem Zustand S 5000,-. Sie wurde vom Vorauer Kirchenrestaurator Schaunigg bemalt und vergoldet.

Hochaltar
Hl. Kunigunde (Pfarrpatronin, 3.März) in der Mitte; Hl. Katharina mit Rad; Hl. Anna mit der kleinen Maria; Hl. Elisabeth mit Brot; Hl. Barbara mit Turm, Maria Magdalena (Bild oben in der Mitte) auf einem Sockel: Hl. Johannes von Nepomuk (Brückenheiliger); an der Wand rechts: Dreifaltigkeitsgruppe; Über dem Sakristeieingang: Bild der 14 Nothelfer; Tabernakel: Stehkreuz; die göttlichen Tugenden: Kreuz/Glaube; Anker/Hoffnung; Herz/ Liebe

Linker Seitenaltar
Bild der Hl. Kunigunde mit Bauern; Hl. Erhard in der Mitte; Hl. Oswald mit Raben; rechts: Hl.Patrizius; links: Bild der Krönung Mariens am Altartisch; Bild der Steinigung des Hl. Stephanus an der linken Seitenwand (erster Märtyrer) Wandgemälde: die Feuerprobe der Hl. Kunigunde darstellend, über dem westlichen Sakristeieingang

Rechter Seitenaltar
Jesu am Ölberg, Bild; Hl.Maria mit dem Kind in der Mitte; links: Hl. Heinrich (Kaiser), Gemahl der Hl. Kunigunde; rechts: Hl. Markus, Evangelist

Kanzel
Bild Christi in der Mitte; links und rechts: Bilder je zweier Evangelisten; Von links: Hl. Markus mit Löwen und Buch; Hl.Johannes mit Adler, Schreibfeder und Kanne; Hl. Matthäus mit Mensch oder Engel; Hl. Lukas mit Stierkopf und Buch; Hl. Apostel Paulus

Im Kirchenschiff
Rechts: Erzengel Michael mit Waage und links Schutzengel mit Kind; 14 Kreuzwegbilder (barocke Ölgemälde mit versilberten Metallrahmen aus dem 18 Jh.)

Orgel
Die erste Orgel stammte aus der Pfarrkirche Strallegg, die Pfarrer Rupert Prenner (1673-1686) der Kirche in Miesenbach überließ. Diese versagte erst im Jahre 1959 ihren Dienst und wurde durch eine neue ersetzt.

Taufstein
Unter der Turmwölbung steht ein alter, überdachter Taufstein.

Glocken
Die älteste Glocke, die Miesenbach besaß, stammte aus dem Jahre 1577. Sie wurde anläßlich des Turmbrandes im Jahre 1945 zerstört. Heute befinden sich 4 Glocken im Turm.

1. Die Heimkehrerglocke (d=97cm u.550 kg) kam kurz vor Ende des 2. Weltkrieges aus Brixlegg zurück, nachdem sie eingeschmolzen werden sollte. (Inschrift: "Mich hat gegossen Jakob Montell im Jahre 1734 in Neustadt in lateinischer Sprache") weitere 3 Glocken aus der Glockengießerei des Stiftes St.Florian mit den Inschriften:

2. Hl.Mutter Anna ,bitte für uns! Wir gedenken unserer gefallenen Krieger! (Gefallenenglocke)
Spruch beim Aufziehen: "Friede sei ihr erst´Geläute!"

3. Hl.Himmelsmutter, bitte für uns! (Fatimaglocke)
Spruch beim Aufziehen: "Gebe Gott,dass vom Feuer der Erde und der Hölle die ganze Pfarre bewahrt werde!"

4. Hl.Florian, schütze uns vor Feuer! (Florianiglocke).
Spruch beim Aufziehen: "Jeder Klang von dir und jeder Ton sei eine Führung hin zu ihrem Sohn!"

Die 3 Glocken wurden am 31. Oktober 1954 geweiht und in den Turm aufgezogen, nachdem die Heimkehrerglocke bereits am 24. Oktober 1954 im neuen Glockenstuhl einquartiert worden war. Am 31.Oktober 1954 um 13 Uhr 30 läuteten alle 4 Glocken zur großen Freude der Bevölkerung.
1964 erhielt die Kirche ein elektrisches Läutwerk, 1972 eine elektrische Kirchturmuhr.
An der äußeren Südwand der Pfarrkirche befand sich ein großes, ovales Fresko mit der Dreifaltigkeit und der Krönung Mariens.

Kapellen und Kreuze

Die Lorettokapelle
Die Kapelle dient als Leichenhalle, besaß früher einen Dachreiter mit Glocke und einen schönen Altar aus dem Jahre 1683, der im Jahre 1969/70 in die Pfarrkirche als Hochaltar kam und wahrscheinlich aus Birkfeld als Geschenk stammt.

Brunnkapelle
Sie besitzt einen frühbarocken Holzaltar, gekrönt mit der Figur des Hl. Florian, in der Mitte die Hl. Maria mit dem Kind, links mit dem Hl. Sebastian, rechts der Hl. Rochus; Auf der Predella die nicht mehr originale Inschrift:
"Dieser Altar ist vom ehrsamen und bescheidenen Rupen Fästen am Stopach in seiner Sterbstund aus Geschäft sowol auch hernach von seinem tötlichen Abgang ganz von seinen Erben völlig erhebet und aufgesetzt worden. 1665"

Wildwiesenkapelle
Die Kapelle zum gegeisselten Heiland wurde im Jahre 1851 von Simon Maierhofer, vlg.Schustersimmerl, der im Bäckerhäusl in Miesenbach wohnte, erbaut. Mit ihr verbunden ist die Sage vom Hl. Waldhauser. In der Kapelle hängen zahlreiche Votivbilder. Am Altar steht der gegeisselte Heiland mit dem Hl. Florian und dem Hl. Michael; links an der Wand der Viehpatron Patrizius mit Tieren.

Das Wetterkreuz
In der Nähe der Kapelle in Richtung Osten stand früher ein Wetterkreuz, das von der oststeirischen Bevölkerung sehr verehrt wurde.
Es zeigte die Inschrift:
Behüte uns Gott vor Schauer, Hagl und allem Übel INRI
Es wurde 1683 vom Vikar Franz Riedlmayer aus Strallegg geweiht. Es zeigte sich bald ein Wunderkreis um das Kreuz.1739 wurde wegen Zerfall des alten Kreuzes ein neues errichtet und von Vikar Jakob Plank geweiht. Die grosse Verehrung hielt an. Diese wurde vom Bischof missbilligt und als Aberglaube abgetan und er setzte eine 8-tägige Frist zur Wegnahme des Kreuzes. Die Bauern wehrten sich jedoch dagegen und fragten beim Birkfelder Kaplan an, ob denn der Herrgott auf der Wildwiesen nicht zu finden sei. 1768 wurde es trotzdem in die Kirche übertragen.
Im Jahre 1984 wurde von Miesenbacher Fußwallfahrern ein neues Wetterkreuz aufgestellt und mit der Beschriftung versehen: "Herr, bewahre uns vor Blitz und Ungewitter!"
Im Sommer 1992 wurde von Friedrich Suppaner und Hans Strohmaier ein neues Gipfelbuch angelegt. Der Spruch zum Eingang von Dir. Erhard Mariacher lautet:
"Lieber Wanderer
Verweile hier an diesem Ort
der Stille und der Ruh!
Weis Gram und Kummer von dir fort,
dem Herrgott nah bist du.
Mach auf dein Herz, empfange Segen!
Auch Trost sei dir beschieden!
Das Schicksal schlägt auf seinen Wegen,
das Kreuz hier schenkt dir Frieden."

Die Töglhofer Kapelle
Sie lässt sich bis ins 16 Jh. zurückverfolgen und beinhaltet eine steinerne, gotische Madonna.

Der Kalvarienberg
Die Kreuzwegstationen sollen aus der Werkstatt des bekannten Vorauer Stiftsmalers J. C. Hackhofer stammen, was eher unwahrscheinlich ist. Der Kalvarienberg mit Stationen ist wie der Dorfplatz nicht als Eigentum der Gemeinde, sondern Eigentum der Dorfgemeinde. Im Jahre 1983 (einige Fresken wurden restauriert) wurden die Bilder, Kopien der Kreuzwegbilder in der Pfarrkirche, vom Pöllauer Akademischen Maler Anton Fötsch wegen besserer Haltbarkeit auf Blechtafeln gemalt (S10 000.-) und an den einzelnen Stationen angebracht.

Die Türken in Miesenbach
(Die Sage von der Brunnkapelle)

Auf einem sumpfigem Hang südlich des Dorfes Miesenbach steht eine kleine, gemauerte Kapelle. Über diesen barocken Bau mit gotischer Madonna mit dem Jesuskind berichtet die Sage:
Als die Türken wieder einmal in unsere Heimat eingedrungen waren und durch das Raabtal in Richtung Wien zogen, da kam ein kleiner Trupp, der Verpflegung für die tausenden Soldaten beschaffen sollte, in die Gegend von Miesenbach. Die Bewohner, vorher gewarnt durch die Kreitfeuer auf den umliegenden Bergen, hatten ihr Vieh und ihre Habe in den Wäldern versteckt, sich in der Kirche versammelt und beteten um die Hilfe Gottes.
Die türkischen Reiter wollten nun mordend und brennend in Miesenbach einfallen. Dabei gerieten sie in den Sumpf südlich des Ortes. Sie blieben mit ihren Pferden darin stecken und rangen um ihr Leben. Der Küster hatte vom Kirchturm aus den Vorfall beobachtet und berichtete darüber den betenden Mie-senbachern in der Kirche. Rasch suchten diese ihre Sensen, Sicheln, Gabeln und Dreschflegel zusammen, stürmten voller Wut zum Sumpf und machten den darin steckenden Türken den Garaus.
Zum Dank für die Errettung vor den Türken wurde im Jahre 1665 die "Kapelle zum heiligen Brunn" errichtet.
Noch heute finden Bittgänge zur Brunnkapelle, seit 1905 wieder mit Messlizenz, statt.
Unter der Kapelle entspringt eine Quelle, deren Wasser Heilung bei Augenleiden aber auch Gelähmten Hilfe bringen soll. Lange Jahre sind noch Krücken eines Geheilten in der Kapelle zu besichtigen gewesen.
Heute liefert die Quelle ihr Wasser an die etwas unterhalb liegende "Hütte am Miesenbach" ,die sogenannte "Eisbahn Hütte"; ein kleiner Schankbetrieb in idyllischer Waldlichtung, der von Stockschützen, Urlaubsgästen und im Winter von Eisläufern und Eisschützen gern besucht wird und zum Floriani-Hof gehört.

(Eine Sammlung weiterer Sagen und Märchen aus Miesenbach finden Sie unter dem Punkt "Sagen und Märchen" rechts im Auswahlframe.)